Kirchenfoyer stellt Kunstwerke des münsterischen Malers im Schaufenster aus

Münster (pbm/acl). Eine Ausstellung, die 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche besichtigt werden kann: Das ermöglicht das Kirchenfoyer in Münster. Die citypastorale Einrichtung am Lambertikirchplatz zeigt in ihrer Schaufenster-Front die Ausstellung „Unendlich – endlich. Licht in der Finsternis“ mit Werken des bekannten münsterischen Malers Michael Rickert. Rupert König, Leiter des Kirchenfoyers, ist es ein Anliegen, Menschen besonders in dieser Zeit Kunst anzubieten – im Rahmen des Möglichen: „Auch wenn die Innenstadt aufgrund des Lockdowns geisterhaft wirkt, laufen immer wieder Passanten hier vorbei. Wir möchten ihnen in Zeiten des Verzichts eine Freude machen und sie einladen, die Bilder von Michael Rickert auf sich wirken zu lassen.“ Das ist abends und nachts genauso möglich wie tagsüber, denn König und sein Team haben die Kunstwerke mit einer entsprechenden Beleuchtung versehen. „Das Licht wirkt dreidimensional, die Bilder sehen bei Dunkelheit anders aus als am Tag“, erklärt König. Beeindruckt von der Möglichkeit, durch einen gestalteten Innenraum auf den Außenraum zu wirken, zeigt sich auch der Künstler selbst. „Es gibt im Moment nicht viele Gelegenheiten, Kunst zu zeigen und zu erleben“, ist Rickert dankbar für das corona-konforme Konzept des Kirchenfoyers. Kurz vor Ausbruch der Pandemie war bereits eine größere Ausstellung mit seinen Werken im Kirchenfoyer geplant. „Dazu kam es dann leider nicht mehr“, bedauert Rickert, der an der Düsseldorfer Kunstakademie studiert und als Kunstpädagoge am bischöflichen Kardinal-von-Galen-Gymnasium in Münster-Hiltrup unterrichtet hat. Der Münsteraner, der vor 19 Jahren als erster Künstler in der Einrichtung ausgestellt hatte, zeigt jetzt eine Auswahl verschiedener Werke im Kirchenfoyer. Mit dabei sind Entwürfe von Glasfenstern, aber auch Malereien auf Leinwand, teilweise in Lasurtechnik gefertigt. Dabei wird die Farbe in einem mühevollen und zeitaufwendigen Prozess in bis zu 30 Schichten dick aufgetragen. Rickert, der in seinen Bilder teilweise auch Materialien wie Vogelskelette einarbeitet, erklärt: „Die Lasurtechnik beinhaltet wochenlange Trocknungsprozesse.“ Die Wirkung ist groß. Weil Pinselstrukturen nicht zu erkennen sind, entsteht eine Dreidimensionalität, die je nach Lichteinfall unterschiedlich wirkt. Fast alle Werke von Rickert sind von einer intensiven blauen Farbigkeit gekennzeichnet. Kein Zufall: „Blau ist die Farbe, in der die Tiefe wirkt. Ob das Meer, der Himmel oder das Weltall – immer gibt es einen Bezug zur Unendlichkeit“, erklärt der Maler und lädt ein, tiefer zu blicken und die Bilder auf sich wirken zu lassen. Keine zentrale Rolle spielt die blaue Farbe dagegen bei dem Kunstwerk, das an der großen Wand im Inneren des Kirchenfoyers hängt. 24 quadratische und unsortiert durchnummerierte Kacheln ergeben ein großes Bild. Das Besondere: Rickert hatte bei der Entstehung nicht vor, ein Kunstwerk zu schaffen. „Es sollte ein Experiment sein, mit dem ich meinen Schülerinnen und Schülern beibringe, wie die Lasurtechnik funktioniert. Doch mit einem Mal ist ein Bild entstanden, das buchstäblich in die Unendlichkeit führt“, erklärt Rickert, der ausrechnen ließ, dass sich die 24 kleinen Leinwände in nahezu unendlichen Variationen miteinander kombinieren lassen. Auszüge davon sollen auch im Kirchenfoyer zum Ausdruck kommen. Das Kunstwerk wird deshalb in den kommenden Wochen immer wieder in neuer Form zusammengesetzt werden. Bildunterschrift: Rupert König (links) und Michael Rickert freuen sich über die Ausstellung im Schaufenster des Kirchenfoyers. (Foto: Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin Ladermann)
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