Wort zum Juni

„Als der Tag des Pfingstfestes gekommen war, waren alle zusammen am selben Ort. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder“. (Apg 2, 1–3)

Nicht Feuerzungen sondern Quadrate aus Plexiglas hängen über den Köpfen der Gottesdienstbesucher der Kirche St. Bonifatius in Berlin. Die Macher der citypastoralen Projekte SilentMOD (Köln) und Vitamorphose (Münster) haben erneut Kunst entstehen lassen, um auf diese Art Glauben erfahrbar zu machen.

Niemand erwartet wohl heute, dass ihm mit einem Mal eine Feuerzunge über dem Kopf flackert oder ein metaphysischer Wind durch die Wohnung fährt. Aus Sicht eines gläubigen Christen ändert dies zwar nichts an der Wirkung des Heiligen Geistes im Hier und Jetzt der Welt,  aber was ist, wenn man Gott einfach nicht spürt? Man kann Gott als eine philosophische Grundannahme denken, oder auch einen anerzogenen Glauben übernehmen und diesen als Fundament einer gesellschaftlichen Moral für gut befinden. Jemandem, der wirklich nach Gott fragt, kann das aber nicht genügen, denn Denken allein ist oft nicht Grund genug für den Glauben. Die eigentliche Gottesbegegnung des einzelnen Menschen ist dadurch nicht zu ersetzen.

Doch wie kann man Gott spüren? Man kann ihn schließlich nicht zwingen, sich doch bitte endlich zu offenbaren, gefälligst jetzt, frei nach dem Motto: Herr schenk mir Geduld, aber sofort! Hilft es vielleicht, sich mit Weihrauch zu benebeln oder alternativ Pflanzen von Tabak bis Cannabis zu rauchen? Muss ich nur lange genug meditieren, in die Natur gehen, mich irgendwelchen Seelenführern anschließen, die mehr oder andere Erfahrungen gemacht haben als ich? Eine lange Reise machen? Nein. All das muss man nicht, und gerade den Selbstverlust an Drogen oder Seelen(ver)führer sollte man tunlichst gar nicht erst ausprobieren, will man sich selbst nicht extrem schaden. Aber eines kann man versuchen: Gott im eigenen Leben Raum schaffen. Eine Tür zur eignen Seele selbst öffnen, indem man zur Ruhe kommt. Und nein, auch hier meint Ruhe nicht, die Füße bei einer Aromakerze hochzulegen, das wäre die Ruhe für sich selbst, die natürlich auch wichtig ist. Die Ruhe für Gott ist im besten Fall auch nur für IHN reserviert, z.B. einfach konkrete zehn Minuten am Tag: sich hinsetzten und auf Gott warten. Solche zehn Minuten können unendlich lang sein. Der Blick fliegt zur Uhr und wieder zurück, vielleicht auf eine Kerze, die man angezündet hat oder auf ein Kreuz an der Wand – welchen besonderen Ort man sich auch immer ausgesucht hat, um zu warten. Bei diesem Warten kann man ein inneres Gespräch mit Gott beginnen – oder einfach vor ihm schweigen. Und mit einem Mal füllen sich diese zehn Minuten mit etwas, was einen selbst übersteigt. Dann werden zehn Minuten nicht mehr endlose Warterei, sondern zu erfüllten Stunden. Und das einzige, was man als Mensch dabei tun kann, ist, Gott diese Tür zum eigenen Leben aufzuhalten. Die Begegnung schafft ER allein.

Aktuelles

[01.05.2019]   Geht man in Münster an der Aa spazieren, so trifft man in der Nähe der Überwasserkirche auf die von Heinrich Lienenkamp 1965 geschaffene Madonna. Tänzerisch kommt sie uns entgegen: Das linke Bei weiterlesen...
[23.04.2019] Resonanz fand der durch das Kirchenfoyer organisierte Literarische Karfreitag auch in den Westfälischen Nachrichten. Lesen Sie unter diesem Link den gesamten Artikel https://www.wn.de/Muenster/Kultur/ weiterlesen...
[11.03.2019] Das dritte Licht von Claire Keegan   An einem heißen Sommertag, gleich nach der Frühmesse, liefert ein Vater seine kleine Tochter bei entfernten Verwandten auf einer Farm im tiefsten Wexford ( Irland weiterlesen...
[19.12.2018] In diesem Jahr erzielt der Cityadvent in der Überwasserkirche unter dem Motto #erscheintuns einen neuen Besucherrekord! Mehr als 50.000 Menschen durften wir eine kleine Sternstunde schenken: https://w weiterlesen...
[10.12.2018]   Bereits nach eineinhalb Wochen haben wir 25.000 Besucher gezählt - wir freuen uns riesig und es #erscheintuns wie ein Wunder, dass wir so vielen MünsteranerInnen und BesucherInnen einen Sternenmome weiterlesen...

Termine

Di 18.06.2019 16:00 Uhr Wiederholungsregel vorhanden
Di 18.06.2019 18:00 Uhr
Mi 19.06.2019 10:00 Uhr Wiederholungsregel vorhanden
Do 20.06.2019 17:30 Uhr Wiederholungsregel vorhanden
Di 25.06.2019 16:00 Uhr Wiederholungsregel vorhanden
Mi 26.06.2019 10:00 Uhr Wiederholungsregel vorhanden
Mi 26.06.2019 18:00 Uhr