Einsam aber nicht Allein - ANDY LEBORNE

Der Fotokünstler Andy Leborne (rechts) und der Leiter des Kirchenfoyers, Rupert König, freuen sich auf die Ausstellungseröffnung. Foto: Bischöfliche Pressestelle / Moritz Mohring

„Die Berliner sind stolz, dass die Mauer weg ist – und trotzdem mauern sich die Menschen heute immer öfter von selbst wieder ein.“ Diese Erfahrung hat der Fotokünstler Andy Leborne gemacht. In seinen Bildern möchte er die Einsamkeit, die er vor allem in Großstädten beobachtet, einfangen. Ab Freitag, 31. August, stellt er 15 seiner Werke im Kirchenfoyer an der Lambertikirche in Münster aus. Einige davon sind bei der Vernissage ab 19 Uhr erstmals zu sehen - pünktlich zur „Langen Nacht der Künstler“ in Münster.
Unter dem Titel „Einsam, aber nicht allein“ stellte Leborne 2012 schon einmal Werke aus, damals im niederländischen Winterswijk. Mit 2000 Besuchern war die Präsentation ein großer Erfolg. „Der Titel zieht sich als roter Faden durch meine Arbeit“, erklärt der Künstler. Vor zwei Jahren habe er durch Zufall den Leiter des Kirchenfoyers, Rupert König, kennengelernt. Damals fotografierte Leborne Wohnungslose in Münster.
Kurze Zeit später vereinbarten König und er eine Ausstellung dieser Fotografien im Foyer. „Das war eine schöne Ausstellung, die allerdings wegen des Themas polarisiert hat“, erinnern sich die beiden. „Noch heute werde ich von Leuten auf der Straße gegrüßt, die ich damals fotografiert habe“, berichtet der Künstler. Die Räumlichkeiten des Kirchenfoyers findet Leborne optimal, er freut sich, dass er sie als eine „kleine Galerie“, insbesondere für die „Lange Nacht der Künstler“ nutzen darf.
Für seine neue Ausstellung hat er sich mit den Worten „Allein sein“ und „Einsamkeit“ beschäftigt – und wie sie in der modernen Gesellschaft mit Angst und Sorge in Verbindung gebracht werden. In seinen Bildern verarbeitet er diese Themen, er möchte die Menschen damit konfrontieren.
Die Werke des in Florida und Luxemburg lebenden Künstlers zeichnen sich durch ihre surreale Perspektive auf die Wirklichkeit aus. Dabei stellt er sich immer eine grundlegende Frage: „Ist Realität wirklich so real, wie wir sie wahrnehmen?“
König freut sich, dass die Fotografien bis zum 13. Oktober im Foyer zu sehen sein werden. „Als eine Einrichtung der Citypastoral sind wir eng mit der Einsamkeit der Großstadt verbunden, das soll zum Ausdruck kommen“, erläutert er: „Wir wollen hier nicht einfach irgendwelche Kunstwerke ausstellen, sie sollen schon eine christliche oder gesellschaftspolitische Botschaft vermitteln.“
Beim Fotografieren setzt Leborne auf Schnappschüsse, die „sich aus dem Moment ergeben“. Aus Erfahrung weiß er, dass er sich längere Zeit an einem Ort aufhalten muss, um ein Bewusstsein für die Umgebung zu bekommen. „Den richtigen Moment zu erfassen, das ist die große Kunst und dafür hat er ein tolles Gefühl“, lobt König den Künstler.
„Ich nehme das Licht auf eine bestimmte Weise war, das geht bei mir in Fleisch und Blut über“, sagt der Fotograf. International ist der Künstler für seinen besonderen Blick auf das Großstadtleben bekannt. Wenn er nicht unterwegs ist, lebt der frühere Geschäftsmann mit seiner Ehefrau Neli Schug eher zurückgezogen.

Die Ausstellung ist montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr sowie samstags von 10 bis 16 Uhr im Kirchenfoyer zu sehen.

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