Verkleiden – 

kann man das Alltags-Ich nicht leiden,  

will man völlig andere Seiten zeigen, 

oder ist man jeck und ganz verrückt? –  

Heute, da versucht einjeder,  

einjede  

sein ihr Glück! 

Heute,  

da kann mann Frau sein, 

Frau – ein Mann, 

Prinz, Jungfrau, einerlei –  

da ist für jeden was dabei! 

Da steppt der Papst im Kettenhemd, 

da hüpft die Schwester ganz geschwind, 

da singt man „Helau“ und

„Halleluja!“ –

und manche sehen Sterne! 

Heute –  

da sind alle Farben erlaubt,  

der ganze Regenbogen, 

Federschmuck, 

Hüte, 

Ringe, 

und niemand 

ist falsch angezogen! 

Andere fragen: 

Ist das nicht alles Sünde? 

Und sie finden tausend Gründe! 

Federn, die darf hier niemand tragen! 

Papst, raus aus dem Kettenhemd! 

Zieh dich um, 

aber ganz geschwind! 

Doch wer hat hier das Sagen? 

Was sagt der Herr im Himmel?

Sie lacht! 

Wer schuf das Leben, 

die Musik, 

all das Bunte, Lachen und Gefreue? 

Also Schluss mit dem Geheule! 

Tanzt doch einfach mit 

und genießt einen Schwall vom Glück –  

das pralle Leben –

mit Gottes weitem Segen.

Und danach?

Das ganze Leben

liebevoll Menschen

im Alltagskostüm erleben,

lernen, was Gott liebt,

auch zu lieben,

mit dem heilgen Augustinus

das eine oder andere Bierchen heben:

„Lernt tanzen!

Sonst wissen die Engel

im Himmel

mit Euch nichts anzufangen!“

Christiane Kuropka

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