von Maria Kessing
Ahlen/Münster. Vielen Ahlenern ist Dr. Thomas Hartmann vor allem als ihr Zahnarzt in guter Erinnerung geblieben. Doch der Mediziner hatte noch eine andere, wenig bekannte künstlerische Seite. In seiner Freizeit malte er mit Acryl, Aquarell, Kreide und Filzstift vor allem Segelboote, Stiere, Pferde, Tanz- und Strandszenen. Seine Leidenschaft für die Kunst setzte er auch nach Ende seines Berufslebens 2012 fort. Nach einem Besuch in der Ahlener St.-Marien-Kirche entstanden im Jahr 2023 innerhalb von nur drei Tagen die 14 Kreuzweg-Stationen. Sie nahmen Hartmanns eigenen Leidensweg vorweg, der am 24. September 2024 nach schwerer Krankheit mit dem Tod endete. Jetzt gehen die Kreuzweg-Stationen auf Reise nach Münster und werden im Kirchenfoyer an der Salzstraße 1 ausgestellt.
Mit seinem Onkel, dem Maler Norbert Gerd Hartmann, der vor allem im Raum Stuttgart bekannt war, verbinden Thomas Hartmann die künstlerischen Wurzeln. Im Gegensatz zu seinem Onkel hat der Zahnarzt jedoch nur selten den Weg in die Öffentlichkeit gesucht. Das hat sich dank Heinz Reinhard, Freund der Familie Hartmann, geändert. Er stellte den Kontakt zu Rupert König, Pastoralreferent und Leiter des Kirchenfoyers, her. Beide kennen sich aus Vorlesungen für Studierende im Alter. König ist selbst als Konzept- und Lichtkunstkünstler aktiv. Er hat unter anderem die blaue hochschwangere Marienstatue geschaffen, die auf Initiative Heinz Reinhards in der Adventszeit 2023 in der Marienkirche zu sehen war. Zuvor war sie beim City-Advent in der Überwasserkirche ausgestellt worden.
„Das Kirchenfoyer am Lambertibrunnen ist seit 22 Jahren Schaufenster und Gesicht einer gastfreundlichen und einladenden Kirche. Es bietet Besucherinnen und Besuchern unterschiedliche Formen der Begegnung mit Religion und Kirche sowie Informationen zu kirchlich-kulturellen Themen an“, beschreibt König die drei Säulen des Kirchenfoyers, Information, Begegnung und Kultur, bei seinem Besuch in dieser Woche im Haus von Jutta Hartmann. Die Witwe erinnert sich noch gut an die Entstehung der Kreuzweg-Bilder. Ihr Mann hatte seinerzeit in der Marienkirche den Kreuzweg fotografiert und anschließend binnen kurzer Zeit künstlerisch mit Graphit, Aquarellfarbe und Filzstiften umgesetzt. Noch zu Lebzeiten des Zahnarztes wurden die Werke in der Passionszeit 2023 in der Marienkirche unter dem Leitwort „Unser aller Kreuzweg“ ausgestellt.
Bevor demnächst eine große Ausstellung mit Werken von Tisa von der Schulenburg im Kirchenfoyer gezeigt wird, kommt nun der Kreuzweg von Dr. Thomas Hartmann bis Ostern zu Ehren. „ich fand die Idee von Heinz Reinhard ganz toll“, sagt Rupert König, der mit 70 Ehrenamtlichen an sehr prominenter Stelle in der Münsteraner Fußgängerzone das „freundliche Gesicht von Kirche“ betreut.
Das Kirchenfoyer ist montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Jutta Hartmann und Heinz Reinhard freuen sich schon auf den Besuch an der Salzstraße, wo man bei einer guten Tasse Kaffee die Bilder von Thomas Hartmann auf sich wirken lassen kann.