Kunstaktion zum Katholikentag

SehnSUCHT nach FRIEDEN
Kunstaktion

Der Holzschnitzer Ernst Franz aus Unterammergau schnitzt die Figur eines leidenden Menschen, der ausgeliefert und weitgehend entblößt dasteht. Gemeint ist die Situation, die traditionell im Motiv „Christus rastet“ vorgestellt wird: Jesus rastet noch einen Moment, die Kreuzigung wird jeden Augenblick beginnen. Abweichend von dieser traditionellen Darstellungsweise, in der bei allem Elend eben doch sofort der Heiland assoziiert wird, soll Jesus stehend und noch gefesselt dargestellt werden und zunächst nicht als Jesus, sondern als einer der vielen anonym gebliebenen, geschundenen, ihre Verlassenheit erfahrenden Menschen erkennbar sein.

Die Schnitzarbeit von Ernst Franz zeigt, dass Jesu Leiden zugleich Ausdruck des Leidens so vieler Menschen zu allen und auch zu unseren Zeiten ist, in dem zunächst kein Trost und kein Hinweis auf Heilung zu erkennen ist. Die Figur des leidenden Menschen trägt eine an die biblische Dornenkrone erinnernde Kopfbedeckung aus Nato- bzw. Stacheldraht. Die Gestalt trägt die Gesichtszüge des Christus auf dem Schoß der Telgter Madonna. Der Gedanke der Hoffnung auf Gott und der endzeitlichen Heilung wird also erst im Dialog beider Plastiken und in der Auseinandersetzung mit ihnen entstehen. Die Figur des leidenden Menschensohnes soll kleiner als die Madonna selbst sein und sich an der Größe des Christus des Gnaden-ab-bildes orientieren. Sie wird ebenfalls aus Lindenholz geschnitzt.

Wir laden Vorübergehende ein, mit ihren Eintragungen an der Kritzelwand eher auf das hinzuweisen, was Menschen aktiv tun können und müssen, oder eher den Akzent auf Gottes Hilfe und sein endzeitliches Wirken zu legen - auf der Suche nach Frieden auf Erden.