Das Wort zu Aschermittwoch

Pressedatum: 
14.02.2018

 

In dieser Fastenzeit will ich das Gegenteil von Verzicht üben: Ich will ein MEHR schaffen, das soll mein Fastenvorsatz sein. Ich will nachjustieren, mich neu ausrichten auf Gott.

 

Es ist immer wieder ein Wagnis, das göttliche Licht in mein Leben zu lassen. Die Lehre Jesu explodiert geradezu in meinen Alltag hinein, mit ihren scheinbar unerfüllbaren Anforderungen von Feindesliebe, absoluter Demut… Doch das ist kein Grund zu Verzagen – diese Aufgabe ist nicht zu groß für mich. Es beginnt im Kleinen, dieses Ausrichten auf die Liebe, zu Gott und zu meinen Mitmenschen.

 

Im Sinne der Bergpredigt werde ich versuchen, mich gänzlich einnehmen zu lassen: Mein Inneres zu erneuern und äußerlich ganz konkrete Werke der Liebe tun. Was sich nach einem großen Vorsatz anhört, beginnt mit der einfachen Frage: „Wo will ich hinschauen?“ Wenn ich mich ihr stelle, bedeutet das hinzusehen statt wegzusehen. Es bedeutet mir vorzunehmen, andere Blickwinkel gelten zu lassen und anderen Sichtweisen nachzuspüren.

 

Die kommenden 40 Tage können dabei sicherlich zur Wüstenerfahrung werden, eine ständige Herausforderung. Doch gerade weil die österlichen Geschehnisse so erschreckend sein können, umso nötiger ist die Vorbereitung, um wirklich zu verstehen und ein MEHR zu gewinnen.

 

Heute, an Aschermittwoch, lassen wir uns mit unseren Vorhaben für die Fastenzeit darauf ein, unseren Kompass in den Blick zu nehmen und die Richtung zu ändern, uns auszurichten auf Gott.

 

SICHTWEISEN, das ist auch der Titel der Ausstellung von Pfarrer Hans Günter Voß – mit Malerei, Zeichnung, Collage, Druckgrafik, Fotografie, Keramik, Plastik – die während der Fastenzeit vom  23. Februar – 23. März 2018 während unserer Öffnungszeiten im Kirchenfoyer zu sehen ist.