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Pressedatum: 
23.02.2018

Pfarrer Hans Günter Voß (rechts) und Rupert König, Leiter des Kirchenfoyers

Foto: Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin Ladermann

 

Ausstellung mit Werken von Pfarrer Hans Günter Voß

Es ist die „Gesichtslosigkeit“, die sich wie ein Markenzeichen durch die Bilder von Pfarrer Hans Günter Voß zieht. „Das ist für mich ein Mittel, das Innere des Menschen zu zeigen“, sagt der gebürtige Paderborner, der als Priester im Pastoralverbund Lübbecker Land tätig ist. Freude oder Traurigkeit in einem Gesicht können ablenken, glaubt er. „In meinen Bildern sind Seelenzustände dargestellt, so wie jeder sie erlebt und erleidet.“

Unter dem Titel „Sichtweisen“ hat der 66-Jährige eine Ausstellung konzipiert, die rund 30 Werke umfasst. Das größte Werk, ein Kreuz mit einer Höhe und Breite von jeweils 3,60 Meter, begrüßt die Besucher des Kirchenfoyers bereits im Eingangsbereich. „Bilder wirken auf uns, Farben und Motive sprechen uns an“, erklärt er die Überschrift. Allerdings ist die Wirkung nicht bei jedem Betrachter gleich. „Wir nehmen das wahr, was uns gerade beschäftigt“, sagt Voß. Was die Art der Kunst betrifft, ist der Pfarrer breit aufgestellt: Es finden sich gemalte und gezeichnete Bilder darunter, aber auch Collagen, Druckgrafiken, Fotografien und Skulpturen sind dabei. „In all meinen Werken steht der Mensch und seine Beziehung zu anderen Menschen im Mittelpunkt“, beschreibt Voß das verbindende Merkmal seiner Arbeiten.

Schon früh hat es den Seelsorger zur Kunst hingezogen. Nach einer Ausbildung zum Werbekaufmann entschied er sich, das Abitur nachzuholen und Priester zu werden. Während seines Studiums prägte ihn der Bildhauer und Franziskanerbruder Gandulf Stumpe in Münster, mit dem Voß eine langjährige Freundschaft verband. „Er hat viel in mir wachgerufen, was mein heutiges Kunstverständnis angeht“, blickt der Pfarrer zurück. Während seiner Tätigkeit als Priester absolvierte er ein Kunsttherapie-Studium an der Universität Siegen und studierte katholische Religionslehre, Kunst und Erziehungswissenschaft für Lehramt an der Universität Paderborn. „Der pädagogische Aspekt, also die Kunstvermittlung, lag mir schon immer am Herzen“, verdeutlicht Voß. Oft hat der Pfarrer diese anwenden können, in der therapeutischen Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, mit alten, kranken und sterbenden Menschen, als Kur- und Krankenhausseelsorger. Es ist ihm wichtig, Menschen auf der Grundlage der Bibel durch den Einsatz von Kunst auf ihrem Weg zu sich selbst und Gott zu begleiten: „Meine Bilder sollen nicht nur zum Betrachten, sondern auch zum Nachdenken anregen.“

Die Ausstellung „Sichtweisen“ mit Werken von Pfarrer Hans Günter Voß kann von Freitag, 23. Februar, bis Freitag, 23. März, montags bis freitags von 10 Uhr bis 18 Uhr sowie samstags 10 Uhr bis 16 Uhr im Kirchenfoyer besichtigt werden.