Wort zum Dreikönigstag - Gottes Auftrag: Mensch Sein

Pressedatum: 
06.01.2021

Vor der Krippe sind sie alle gleich: Hirten und Könige, Männer und Frauen, Erwachsene und Kinder, egal welcher Hautfarbe – alle sind willkommen. Alle stehen sie vor Jesus, dem menschgewordenen Gott, dem kleinen Kind in der Krippe. Die Weihnachtsgeschichte ist damit nicht nur eine Botschaft vom Geheimnis Gottes, der die Ferne zu den Menschen überwindet und ganz bei ihnen sein möchte – es ist auch eine Botschaft darüber, was uns im Kern ausmacht: Wir sind alle Menschen vor Gott. Es spielt dabei keine Rolle, welchen Beruf, welches Geschlecht, welche Herkunft, welches Alter oder welchen Namen wir haben: Vor ihm stehen wir allein als die, die wir sind, und nicht mit dem Ansehen, das uns in den Augen anderer ausmacht. Und so stellt sich nur eine Frage: Wer bin ich, wer bist Du vor Jesus? Die Bibel bietet eine ganze Auswahl an Begegnungen: Da gibt es die Kranken, die um Heilung bitten, die Verzweifelten, die um Hilfe ersuchen, die, die bewusst Fehler gemacht und sich und anderen geschadet haben. Da gibt es die Kinder und die, die Jesus nah sein wollten und sich dabei mit ihren Ängsten und Sorgen selbst im Weg standen. Es ist eine große Auswahl. Aber allen ist eines gemeinsam: Jesus lehnt niemanden ab. Er isst mit den Sündern, er teilt sein Brot sogar mit dem, der ihn anschließend dem Tod ausliefert. Er spricht, ungewöhnlich zu seiner Zeit, mit Frauen genauso wie mit Männern und schätzt Kinder genauso wie Erwachsene. Jesus schickt niemanden weg. Er verhindert keine Begegnung. Er bevorzugt niemanden und hat keine Berührungsängste. Bei Jesus sind wir alle willkommen, genau so, wie wir sind, im Hier und Jetzt. Das ist die Zusage Gottes an uns und zugleich sein Auftrag für unser Handeln in der Welt.

Christiane Kuropka