Wort zu Pfingsten: Der Unterschied zwischen Modem und WLAN

Pressedatum: 
31.05.2020

Gerade war Jesus noch da. Man konnte ihn sehen und anfassen, mit ihm sprechen, in seiner Person das Heil Gottes erfahren. Nun jedoch hat er, der Auferstandene, die, die ihm nachfolgten, endgültig verlassen, um in die himmlische Sphäre heimzukehren.

Sehen- und Anfassenkönnen, das ist etwas, was unserer menschlichen Realität zutiefst entspricht. Die einfachste Ebene unserer Wahrnehmung scheint oft die sicherste zu sein, das, was wir mit eigenen Augen sehen können, scheint uns garantiert. Und dennoch ist unser Alltag mittlerweile mit vielem angefüllt, was über unsere Wahrnehmung hinausgeht: Angefangen beim Empfang von Radiowellen, über Bluetooth zu WLAN – wer von uns versteht schon genau, wie das alles funktioniert? Und dennoch leben wir damit. Das gute, alte Modem, das Kabel, das unseren PC mit dem Internet verband, wurde abgelöst durch WLAN, und nun vertrauen wir auf das, was wir nicht sehen: Das Internet läuft, ob wir es nun verstehen oder nicht – die Wirkung ist dieselbe.

Ähnlich ist es mit Pfingsten: Der Geist Gottes kommt zu Maria und den Jüngern herab und erfüllt sie. Und auch, wenn der Geist nicht greifbar ist, so ist es doch die Wirkung, die sie spüren: In ihnen geschieht Heil. Sie können den Messias zwar nicht mehr körperlich sehen und anfassen, aber seine Gegenwart ist immer bei ihnen.

Pfingsten gilt als Geburtstag der Kirche, der Gemeinschaft der Gläubigen. Unsere Gemeinschaft beruht auf dem Glauben, dass Gottes Geist auch heute noch unter uns arbeitet und wirkt. Nicht immer können wir ihn spüren, aber wir dürfen sicher sein, dass er uns eines gewährt: Entwicklung.

Christiane Kuropka