„Gott und die Welt“ Drensteinfurter Künstler zeigt sakrale Druckgrafiken im Kirchenfoyer

Pressedatum: 
28.02.2020

Der Künstler Wolfram Heistermann (links) und Kirchenfoyer-Leiter Rupert König stehen vor einer Auswahl der Druckgrafiken mit Christusdarstellungen. (Foto: Thomas Kamm)

(pbm/acl). Unzähligen Studentinnen und Studenten hat Wolfram Heistermann die Handwerkskunst des Druckens gelehrt, jetzt stellt der frühere Leiter der Druckwerkstatt der Kunstakademie in Münster selbst seine Arbeiten aus: Von Samstag, 29. Februar, bis Sonntag, 19. April, ist die Ausstellung „Gott und die Welt“ im Kirchenfoyer am Lambertikirchplatz zu sehen. Zwei verschiedene Arten von Kunst hat Heistermann, der mit seiner Frau in Drensteinfurt lebt, in seine Ausstellung aufgenommen: Der 75-Jährige bringt zum einen sakrale Druckgrafik mit farbenfroher Aquarellmalerei zusammen. „Du sollst dir kein Bildnis machen“ hat er den Zyklus von Radierungen genannt, der ausschließlich Christusdarstellungen zeigt und prominent und von außen sichtbar an der großen Wand im Kirchenfoyer hängt. Jahrelang haben Heistermann und seine Frau jede Kirche und jedes Kloster besucht, das auf dem Weg lag, auf der Suche nach neuen Christusbildern. Sie dienten als Inspiration für sein druckgrafisches Schaffen, das eine Besonderheit aufweist: Heistermann druckt Darstellungen aus verschiedenen Epochen der Kunstgeschichte bis zu acht Mal übereinander und verfremdet die Erscheinung. Dabei reduzieren sich die Bildnisse immer weiter auf gemeinsame Merkmale. „Es entsteht ein weniger deutliches, aber auch weniger subjektives Christusbild, bei dem ich als Künstler allenfalls Hilfestellung gebe“, erklärt er. Gleiches hat Heistermann mit Darstellungen von Kruzifixen gemacht, Fixpunkt bei den Überlagerungen ist die Kreuzmitte. Rupert König, Leiter des Kirchenfoyers, freut sich, dass die Arbeiten von Wolfram Heistermann während der Fastenzeit und über Ostern in der citypastoralen Einrichtung zu sehen sind. „Jeder macht sich ein eigenes Bild von Gott, das sich auch daraus ergibt, wie man ihn im Alltag erfährt“, verdeutlicht er. Dieses Gottesbild verändere sich im Laufe der Zeit und doch blieben Gemeinsamkeiten. „Das bringen die Überlagerungen wie einen roten Faden zum Ausdruck“, sagt König. Ergänzt werden die Druckgrafiken von Aquarellarbeiten mit dem Titel „Herbst 2019“. Mit ihren bunten Farben stehen sie im Kontrast zu den Schwarz-Weiß-Radierungen. „Der Herbst sorgt mit seiner üppigen Farbigkeit für die stärksten visuellen Eindrücke im Jahreskreis“, begründet Heistermann seine Motivwahl. Als „besten Maler“ und somit als „bestes Vorbild“ bezeichnet der Künstler den Herbst. „Man braucht ihn nur abmalen.“ Die Arbeiten von Wolfram Heistermann können bis Sonntag, 19. April, zu den Öffnungszeiten des Kirchenfoyers, montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 16 Uhr besichtigt werden.

Ann-Christin Ladermann