Wort zu Karneval

Pressedatum: 
24.02.2020

Helau! Nun steht die Welt Kopf: Der Bürgermeister gibt seine Macht an den Karnevalsprinzen ab und in den Büttenreden werden den Machthabern die Leviten gelesen. Auch vor der Geschlechterfrage macht der Karneval nicht halt: Zur Weiberfastnacht fordern die Frauen traditionell die Macht ein, die ihnen von Männern verwehrt worden ist. Karneval bedeutet Freiheit: Jetzt darf jeder einmal in eine neue Rolle schlüpfen. Und der Spaß dabei ist garantiert. Ein Grund, hell aufzulachen – das bedeutet der Ausruf „Helau“!

Und Gott? Was sagt der zu diesem Treiben? Hat Gott überhaupt Humor? Die Bibel kann eine Antwort geben: „Er, der im Himmel thront, lacht“ (Psalm 2,4). Er lacht, so erzählt es der Psalm, über diejenigen, die seine Ordnung nicht anerkennen wollen. Diese ist nämlich alles andere als irdisch: Nicht die Mächtigen triumphieren, sondern die, die von ihnen verachtet werden: die Kleinen und Misshandelten, die Unterdrückten und Unterschätzten. Hier haben auch die Frauen vor Gott einen Platz: Nicht den Jüngern wird als erstes die Botschaft von der Auferstehung überbracht, sondern den Frauen. Sie, die nach Jesus gesucht haben, erhalten von ihm und dem Engel des Herrn den Auftrag, den Männern die bahnbrechende Botschaft von der Auferstehung zu verkünden.

Und so kann der Karneval eine zutiefst christliche Komponente haben: Nämlich die Heiterkeit derer, die wissen, dass irdisches Gehabe, Machtgier, Arroganz und Verachtung nicht das letzte Wort haben werden. Denn das Reich Gottes, das schon im Hier und Heute beginnt, gehört denjenigen, denen auf Erden Recht und Würde abgesprochen werden. Mit dem Blick zum Himmel können sie schon heute hell auflachen: Helau! Halleluja!

Christiane Kuropka