Neues Programm im Kirchenfoyer: Theologische Buchpräsentationen

Pressedatum: 
19.10.2019

Wichtige Themen werden derzeit in Theologie und Kirche diskutiert. Das Kirchenfoyer begleitet diese Diskussion in den nächsten Monaten mit einer Reihe von theologischen Buchpräsentationen zu Fragen von Reform und Tradition. Herzliche Einladung an alle Interessierten!

 

Theologische Buchpräsentationen im Kirchenfoyer 2019/20

 

Kirchenkrise – Kirchenreform – Bestandsaufnahme und Perspektiven

 

 

DO 7.11.2019, 19.30 Uhr Kirchenfoyer

Daniel Bogner, Ihr macht uns die Kirche kaputt…: doch wir lassen das nicht zu! Freiburg/Brsg. 2019

Daniel Bogner, Prof. für Moraltheologie an der Universität Fribourg/CH – Dissertation und Habilitation an der Kath.theolog. Fakultät der Universität Münster

Viel zu lange haben Bischöfe, Kardinäle und der Papst Aufbruch nur gepredigt, ohne dass den Worten Taten gefolgt wären. Daniel Bogner beschreibt klar und deutlich, woran die Kirche krankt und wie Reformen verhindert werden. Der junge Theologieprofessor kritisiert, weil er an seiner Kirche leidet und etwas ändern will. Er weiß: Geredet wurde lang genug, die Kirchengemeinschaft kann nicht länger warten. In seinem Buch zeigt Bogner, wie die Kirche verlorenes Vertrauen wiedergewinnen und den Anschluss an die Moderne schaffen kann, ohne sich selbst zu verraten.

Vorgestellt von Prof. Dr. Norbert Mette

 

DO 5.12.2019, 19.00 Uhr Kirchenfoyer

Markus Etscheid-Stams u.a. (Hg.),

Kirchenaustritt - oder nicht? Wie Kirche sich verändern muss, Freiburg/Brsg. 2018

Markus Etscheid-Stams, Dipl.Theol, Persönlicher Referent des Generalvikars des Bistums Essen

Was bewegt Katholiken in Deutschland, aus der Kirche auszutreten? Aus welchen Gründen bleiben viele andere in der Kirche? Und wie könnte dementsprechend eine Kirche aussehen, die Menschen heute zum Verbleib einlädt? Das Buch stellt prägnant die Ergebnisse von bisherigen Studien zu Kirchenbindung und Kirchenaustritt dar, verknüpft diese mit qualitativen Forschungsergebnissen aus dem urbanen Raum des Ruhrgebiets und reflektiert sie systematisch-theologisch. Am Ende stehen konkrete Vorschläge zu einem ekklesiologischen Umdenken und zu strategischen Veränderungen für die katholische Kirche in Deutschland.

Vorgestellt von Gunter Otto

 

DO 16.01.2020, 19.00 Uhr Kirchenfoyer

Michael Seewald, Reform – Dieselbe Kirche anders denken. Freiburg/Brsg. 2019

Michael Seewald, Prof. für Dogmatik und Dogmengeschichte an der Univ. Münster, Kath.theolog. Fakultät der Univ. Münster

Die katholische Kirche steht unter großem Druck, sich zu verändern. Die Liste der Themen, über die gestritten wird, ist lang: die Rechte von Frauen, die Bewertung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften, die Mitwirkung von Laien. Michael Seewald, jüngster Theologieprofessor in Deutschland, macht in seinem neuen Buch deutlich: Die Kirche könnte beweglicher sein, als sie sich derzeit gibt. Denn die Diskussion über Reformen bewegt sich in einem dogmatisch verengten Rahmen, der sich selbst als alternativlos katholisch setzt, aber in Wirklichkeit nur eine unter vielen Möglichkeiten darstellt, Theologie zu treiben.

Vorgestellt von Klaus Herold

 

DO 13.2.2020, 19.00 Uhr Kirchenfoyer

Hubert Wolf, Krypta, Unterdrückte Traditionen der Kirchengeschichte, München 2015 und Ders., Zölibat, 16 Thesen, München 2019

Hubert Wolf, Prof. f. Kirchengeschichte an der Universität Münster; einer der bedeutendsten Kirchenhistoriker im deutschsprachigen Raum

Kirchengeschichte kann zeigen, dass Kirche über Traditionen verfügt, die gleichsam ‚vergraben’ (Krypta) oder bewusst machtpolitisch unterdrückt und verdrängt worden sind, so z.B. die historisch verbürgte entscheidende Mitbestimmung der Gemeinden bei Bischofswahlen, Frauen als mächtige Äbtissinnen mit bischöflichen Vollmachten, Kardinäle als Gegengewicht zur päpstlichen Macht, Optionen einer Kirche der Armen – Vergessenes und Verdrängtes, das in kritischer Erinnerung begründete Reformideen für die Kirche von morgen bietet. So zeigt Wolf auch in seinem jüngsten Buch zum Zölibat, dass es in der Geschichte der Kirche über Jahrhunderte hinweg verheiratete Priester gab und gibt. Von hier wird deutlich, dass es gute Gründe gibt, die Zölibatsverpflichtung aufzuheben.

Vorgestellt von Dr. Bernd Weber